Politik und Systemik
Vielleicht erscheint die Kombination von Politik und Systemik zunächst etwas ungewohnt - und vielleicht
liegt auch gerade darin das Problem: Das Politik zu wenig "systemisch" denkt.
In einem systemischen Weltbild gibt es keine einfachen "Wahrheiten" mehr, denn bei komplexen
Wechselwirkungen (und das bedeutet 'systemisch' letztendlich) können keine klaren Aussagen über die
Auswirkungen getroffen werden.
Im Gegensatz dazu gibt es bei dem mechanistischen Weltbild des 19. Jahrhunderts, dem ein klares 'Ursache-Wirkungs-Prinzip'
zugrunde liegt, das gute Gefühl, die Ergebnisse einer Maßnahme vorhersehen zu können. Und da
fühlt man sich 'mächtig', da man ja glaubt, Herr des Verfahrens zu sein.
Wen wundert's, dass Politik mehr mechanistisch denn systemisch denkt? Und sich auch durch noch
so viele Mißerfolge nicht davon abbringen läßt?